Strom

Das Leben auf einer Fahrradreise ist recht simpel. Man sitzt viel auf dem Rad, schläft meist im Zelt und genießt die Abende z.B. mit Musik und Lesen. Das hat uns auf eine Idee gebracht: Können und wollen wir ohne konventionellen Strom auskommen?  Unsere Antwort war am Ende: Auf Kamera, GPS, einen Laptop zum Aktualisieren unserer Seite, E-Book Reader, MP3-Player und Batterien für Beleuchtung wollen wir nicht verzichten. Das Ziel ohne Strom aus der Steckdose auszukommen wollen wir aber nicht aufgeben.


Die Lösung war Strom aus Solarzellen und Nabendynamos. Nach einiger Suche haben wir dafür großzügige Unterstützer gefunden, die von unserer Tour angetan waren. Vielen Dank an Busch & Müller und Kuhn elektronik für Nabendynamo-Ladegeräte und ein riesiges Dankeschön an Goal Zero für ein sehr umfangreiches Set an Equipment zur mobilen Stromversorgung mit Sonnenenergie.


Nach nun gut 7 Wochen auf Tour haben wir noch keinen Strom für unsere eigenen Geräte aus der Dose verbraucht und sind auch sehr zuversichtlich, dass wir das bis zum Ende unserer Tour so fortführen können. Natürlich werden W-Lan-Router in Hostels, die Lichter in Zimmern bei Gastgebern und vereinzelt verwendete andere Computer (z.B. zum Upload unseres Videos an einer schnellen Internetverbindung) nicht mit eigenem Strom betrieben, wir sind aber so relativ autark unterwegs und haben unseren sonstigen Stromverbrauch minimiert. Schon mal vorweg: Für das Laden von GPS-Gerät, MP3-Playern, Lautsprechern und Handys reicht uns der Strom ohne Einschränkung und für Internet-Surfen und Textbearbeitung mit einem Macbook Pro (nicht der sparsamste) sehr gut. Nur die energiefressende Videobearbeitung wird aktuell öfters zurückgestellt und letztlich limitiert.


Im folgenden wollen wir für Interessierte Erfahrungsberichte niederschreiben, die wir im ¨Alltagseinsatz¨ und nicht unter Idealbedingungen gesammelt haben. Genauere Messungen laufen noch.

Nun zu den Solarmodulen mit Pufferakkus von Goal Zero. Wir verwenden die Solarmodule Nomad 7, 13 und 20 sowie die Pufferakkus Guide 10+, Sherpa 50 sowie Sherpa 100. Am Sherpa 100 ist zusätzlich ein Spannungwandler zum Anschluss von gewöhnlichen 220 Volt Netzteilen (bis 100 Watt) angeschlossen. Das Sherpa 50 hat einen eingebauten Akku von 58 Wh, das Sherpa 100 von 98 Wh. Zum Vergleich: Unser Macbook Pro (Early 2011) hat einen eingebauten Akku von 63,5 Wh. Es können über die Sherpas über USB-Ausgänge, einen 12V sowie einen 19V Ausgang Geräte angeschlossen werden. Das Macbook Pro betreiben wir mit einem Magsafe Airline Adapter, worüber die Benutzung wesentlich effizienter ist als mit Netzteil und Spannungwandler, es wird dabei jedoch nicht geladen. Die meisten anderen Computer können nach unserem Kenntnisstand über mitgeliefertes Zubehör direkt angeschlossen und ohne Konverter geladen werden, dies haben wir jedoch nicht getestet.


Das Laden des Sherpa 100 mit dem Panel Nomad 20 braucht auf dem Rad im Schnitt ca. 1,5 Tage. Die Ausrichtung ist dabei nicht direkt zur Sonne (siehe Fotos). Voll geladen konnten wir damit am Macbook Pro 7 Stunden (mindestens, genauere Werte kommen noch) Texte bearbeiten und im Internet-Surfen sowie ca. 2 Stunden Videos bearbeiten.

Die Ladung der 4 Akkus im Guide 10+ dauert mit Nomad 7 ca. 3 Stunden. Erfahrungsberichte zum Sherpa 50 mit Nomad 13 kommen noch.


Wenn ihr Fragen zum verwendeten Equipment habt könnt ihr uns wirklich gerne eine Mail schreiben, wir hatten vor der Tour auch unsere Probleme die richtigen Informationen zu finden und helfen gerne wo wir können!

Zunächst zu den Nabendynamo-Ladegeräten. Wir verwenden zum einen zwei KECHARGER von Kuhn Elektroniks, zum Anderen das E-Werk von Busch & Müller mit zugehörigem Pufferakku. Die KECHARGER haben einen 5V Ausgang mit USB-A-Buchse (¨Standard USB-Buchse¨, in verschiedenen versionen erhältlich). Eine Ladung erfolgt damit ab ca. 9-10 Km/h, ab ca. 14 Km/h konnten wir einen maximalen Ladestrom von 0,5A messen. Laden lassen sich unserer Erfahrung nach wie angegeben alle gewöhnlichen USB-Geräte, ausgenommen GoPro, Iphone und Ipod (bei uns bestätigt mit iPhone 3G und iPod Nano 6. Generation). Die Ladezeit entspricht der Ladung am USB-Anschluss eines Computers (ab ca. 14 Km/h).
Das E-Werk von Busch & Müller hat im Vergleich wesentlich mehr Einstellungsmöglichkeiten (Spannung bis 13,3 V, Strom bis 1,5 A in kleinen Schritten regelbar), lädt schon bei etwas geringeren Geschwindigkeiten und hat einen höher möglichen maximalen Ladenstrom (1,5 A). Mit angehängtem Pufferakku  lassen sich alle gewöhnlichen USB-Geräte laden (auch unser iPhone 3G und iPod Nano 6. Generation). Zudem wird die Ladung auch bei Steigung für eine gewisse Zeit fortgesetzt. Nach der Fahrt lässt sich der Pufferakku auch ohne Anschluss an das E-Werk zum Laden im Zelt nutzen. Zudem wird mit dem E-Werk ohne Pufferakku ein etwas größerer Lautsprecher mit 9V-Eingang geladen.