Nachhaltigkeit

Für uns bedeutet (ökologische) Nachhaltigkeit, so zu leben, dass die Erde für immer ein für uns Menschen lebenswerter Ort bleibt. Also versuchen wir keinen bleibenden Müll (von der Plastiktüte bis zum Flugzeugwrack) zu produzieren und Ressourcen (darunter auch Energie) so zu nutzen, dass sie sich selbst regenerieren können. Das erfordert ein bewusstes und kritisches Konsumverhalten.

 

Viele Menschen versuchen daheim im Alltag ressourcenschonend zu leben und die Umwelt zu schonen. Wenn es aber ums Reisen geht, denken die Wenigsten an Nachhaltigkeit und Umweltschutz. Dabei liegt gerade hier der Hase begraben und der Hund im Pfeffer! (Beispielsweise stößt ein Flugzeug, [laut http://www.co2-emissionen-vergleichen.de] etwas mehr als doppelt so viel CO2 pro Passagier und Kilometer aus als ein Auto. Warum haben viele Menschen ein schlechtes Gewissen, wenn sie mit dem Auto 2 km zum Bäcker fahren, aber fliegen ohne Bedenken über Neujahr nach Hawaii? Das sind 24 000 km!)

 

Uns wurden die Umwelteinflüsse unter anderem vor Augen geführt, als ich (Philip) aus Spaß meinen ökologischen Fußabdruck ausgerechnet habe [http://www.footprint-deutschland.de/] und erst versehentlich vergessen hatte, meine Flugmeilen anzugeben. Nachdem ich das korrigiert hatte, war das Ergebnis auf einmal miserabel. Ein riesiger Teil meiner umweltschädigenden Einflüsse kam vom Reisen!

 

Im Frühling 2013 sind wir nach Indien geflogen, um dort in einem Renaturierungsprojekt mit zu arbeiten. In der community dort wurde Nachhaltigkeit sehr groß geschrieben: Es gab nur veganes Essen, Strom kam aus einer Solaranlage, geduscht und Wäsche gewaschen wurde mit Eimern. Die Seife und selbst die Zahnpaste war ökologisch abbaubar! Sogar beim Klogang wurde darauf geachtet, Flüssiges von Festem zu trennen, um optimale Wiederverwertung zu gewährleisten.

Ein Großteil der Community bestand aus Freiwilligen, die nur für einige Wochen dort wohnen und arbeiten - und diese sind fast alle mit dem Flugzeug angereist. Langsam aber sicher wurde uns klar, dass unsere Bemühungen für Nachhaltigkeit während dem Projekt vernichtend klein sind im Gegensatz zu den ökologischen Folgen, die ein Flug von Deutschland nach Indien und zurück mit sich bringt. Dasselbe gilt für viele alltägliche Bemühungen, nachhaltig zu leben.

 

Was kann man also tun, um nachhaltig zu leben - und trotzdem zu reisen?

IM DIENSTE DER WISSENSCHAFT...
Was uns aber trotz allem wichtig ist: Die Tour ist für uns ein Experiment, in dem wir versuchen unseren Umwelteinfluss so gering wie möglich zu halten, mehr über unser Konsumverhalten zu lernen, während trotzdem der Spaß groß geschieben bleiben muss!
Ein „Verstoßen“ gegen eines unserer Prinzipien ist dabei kein „Versagen. Vielmehr stellen wir uns ja selbst die Frage, funktioniert das oder nicht? Und damit ist auch eine „Niederlage“ ein Erkenntnisgewinn.