Die CO2 Bilanz unseres Projekts

Während unserer Tour haben wir alle Dinge aufgeschrieben, die wir konsumiert haben. Zum Ende unseres Projekts wollen wir nun mit diesen Daten beurteilen wie ressourcenschonend/-belastend wir während dieser Zeit gelebt haben.

Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass wir in diesen 5 Monaten - trotz Reisen - ressourcenschonender gelebt haben, als der durchschnittliche Deutsche. Mit nur etwa 50 % der CO2 Äquivalenten eines Durchschnittsmenschen (2600kg von 4900 kg) haben wir ein wichtiges Ziel unseres Projekts erreicht!

Wir freuen uns darüber vor allem vor dem Hintergrund, dass das Reisen bisher eine der größten CO2 Quellen unseres Lebensstils war.

Die einfachste Art, den Energieaufwand, bzw. die Schadstoffbelastung zu berechnen und zu vergleichen, sind die CO2 Emissionen. Wir können zwar nicht die CO2 Belastung jedes einzelnen Produkts berechnen, aber wir können Vergleiche mit dem durchschnittlichem Lebensstil eines Deutschen anstellen. Hier dazu eine Grafik des Umweltbundesamts. Wenn wir die jährlichen Daten aus der Grafik mit 5/12 multiplizieren, bekommen wir die Menge CO2, die ein Durschnittsbürger im Zeitraum von 5 Monaten emittiert hätte (etwa 4,7 Tonnen CO2).

 

Wie beim Umweltbundesamt haben wir die persönlichen direkten und indirekten Emissionen in die Katogerien Mobilität, Strom, Heizung, Ernährung, Sonstiger Konsum und Öffentliche Infrastruktur eingeteilt.

Für jede Kategorie berechnen wir nun hier unsere persönliche Emissionen und vergleichen sie mit dem Durchschnitt.

(Anmerkung: Für die Katogerie Ernährung haben wir die besser justierbaren Zahlen von dieser Veröffentlichung des Umweltbundesamts genommen. Diese sind etwas verschieden, wodurch sich für die Durchschnitts-Daten kleine anteilige Unterschiede zur oben genannten Grafik ergeben.)

Wie genau wir das ausgerechnet haben, beschreiben wir in nachfolgendem Abschnitt. Wer es noch genauer wissen will und unsere Rechungen sehen möchhte, kann uns gerne über das Kontaktformular eine Nachricht zukommen lassen.

Transport

Wir haben während der Tour zwar versucht uns ausschließlich mit dem Fahrrad fortzubewegen, jedoch mussten wir ein paar wenige Ausnahmen machen. Wir sind im Iran, wo unser Visum nur 10 Tage gültig war, von Tabriz nach Esfahan und zurück mit dem Bus gefahren und auch in der Türkei mussten wir eine längere Srecke Bus fahren, um unser Iranvisum zu bekommen. Des Weiteren wollten wir die Ostukraine und die Krim umfahren, weswegen wir eine Fähre von Georgien nach Odessa genommen haben.

Laut dem Heidelberger IFEU Institut beträgt die Emission beim Busfahren 20 g CO2 pro Person und Kilometer.

Schwierig wird es bei der Berechnung der Schifffahrts-Emissionen. Dabei gibt es j nach Schiff große Unterschiede. Ein Kreuzfahrtsschiff, wie z.B. die Queen Mary II, verbraucht pro Person Riesenmengen an CO2, aber unser Schiff war eine Fähre. Laut dieser Quelle verbraucht eine Fähre 120 g pro Person und Kilometer.

Unsere Schiffüberfahrt waren zwar weniger Kilometer, als z.B. mit dem Bus, aber dennoch unsere größte CO2 Quelle bezüglich Transport. Es ergibt sich pro Person 170,5 kg.

Zum Vergleich: Der Durchschnittsdeutsche hätte 1012,5 kg CO2 Emssionen für Transport.

Strom

Während der Tour mussten wir unser Vorhaben, nur eigens aus Solastrom und Nabendynamos hergestellten Strom zu benutzen, nur zwei mal wegen eines technischen Defekts (Konverter) brechen. Das Laden des Laptops um 15 % und das Laden von 2 Kameraakkus ist aber verschwinden gering, deswegen wird das hier nicht berücksichtigt.

Natürlich entstehen durch die Produktion der Solarausrüstung und der Nabendynamo-Ladegeräten CO2 Emissionen. Diese sind aber schwer abzuschätzen und da sieTeil der Anschaffung waren, verweisen wir diese Emissionen in den Bereich Konsum.

Damit haben wir keinen Strom im Vergleich zum Durchschnittsdeutschen verbraucht, der durch seinen Stromverbrauch 317 kg CO2 emittiert hätte.

Heizung

Den Heizstrahler fürs Zelt haben wir daheim gelassen :-) Wenn, dann hätten wir in den Hostels in denen wir übernachtet haben heizen können, aber bei den Temperaturen, haben wir wenn vorhanden höchstens die Klimaanlage zum Kühlen eingeschatet. Da Hotelübernachtungen aber auch in den Bereich Konsum fallen, haben wir hier keine Emissionen im Vergleich zu den durchschnittlichen 712,5 kg CO2 des Durchschnittsdeutschen.

Ernährung

In diesm Abschnitt haben wir die Faktoren ausgelistet, welche laut dem Umweltbundesamt (siehe "Die CO2 Bilanz des Bürgers") maßgebend sind für die Emissionen, die durch den Konsum von Nahrungsmitteln entstehen. Als Ausgangspunkt der Rechung dient ein Grundumsatz von 1,13 t pro Jahr. Eine individuelle Anpassug erfolgt dann mittels Faktoren, die entweder zu einer Vergößerung oder zu einer Verkleinerung des Grundumsatzes führen. Die Faktoren, welche wir für unsere Rechnung verwendet haben stehen jeweils in den Klammern des betreffenden Unterpunktes. Sie stammen aus der oben genannten Publikation. Der Durchschnitt liegt in Deutschland bei 1,5 t pro Jahr:

  • Ob man Sport treibt oder nicht. (Das haben wir natürlich stark. => Faktor 1,25)
  • Wie stark man regional einkauft  (Erst ab Rumänien, also im letzten Monat gab es Supermärkte. Überwiegend haben wir direkt vom Erzeuger oder aus kleinen Läden gekauft. => Faktor 0,9)
  • Wie viel Fleisch man isst. (Wenn wir Essen gegang sind, gab es oft überwiegend Fleischgerichte. Wir wollten die Essenskultur kennenlernen und uns außerdem nicht mit einem Teller Reis zufrieden geben, da wir ja einen erhöhten Energiebdarf hatten. Daher hatten wir eine Mischkost, aber da wir selber fast nie Fleisch gekauft hatten, eine insgesamt fleischreduzierte Kost. => Faktor 0,8)
  • Wie oft man Tiefkühlkost verwendet. (Haben wir natürlich selten getan, nur für Eis. => Faktor 1,0)

Damit ergibt sich ein Gesamtfaktor von 0,9 und ein Absolutwert von 423 kg CO2 im Vergleich zu durchschnittlichen 625 kg CO2.

Öffentliche Infrastruktur

Dieser Wert ist fest und für jeden Deutschen gleich. Die Ursachen für diese Emissionen liegen unter anderem im Verwaltungs, Verteidigungs, Infrastruktur und Bildungsbereich. Hier gibt es nichts einzusparen und wir haben wie alle anderen Deutschen auch für unseren Zeitraum eine CO2 Emission von 458 kg CO2.

Konsum

Dieser Bereich ist der mit Abstand komplexeste Bereich. Wir haben zwar eine genau Übersicht über die Produkte und Leistungen, die wir konsumiert haben, aber eine genaue CO2 Berechnung für jedes Produkt und jede Leistung ist sehr schwierig.

Auch ein Vergleich mit dem Durchschnittsdeutschen ist quantitativ sehr schwierig, weil es keine Konsumliste des Durchschnittsdeutschen gibt, die wir mit unserer sinnvoll vergleichen könnten.

 

Es bleibt uns also nur, unser Konsumverhalten qualtitativ mit dem eines Durchschnittsdeutschen zu vergleichen und eine etwaige Zahl anzugeben.

Allein die Beschränkung, dass wir alles Gekaufte auf unseren Fahrrädern hätten transportieren müssen, hat unser Konsumverhalten natürlich deutlich verringert. Wer sich unsere Konsumliste aufmerksam durchliest (Achtung, alle Zahlen für 3 Personen!), wird wahrscheinlich auch eher zu dem Eindruck kommen, dass wir sparsam konsumiert haben.

Nur Hotelübernachtungen hatten wir insgesamt 26, was im Vergleich zum Durchschnittsdeutschen eher viel ist. Unsere Unterkünfte waren aber sehr einfach.

 

Der größte Teil unseres Konsum sind die Anschaffungen für die Tour. Wir haben uns jeder ein Fahrrad angeschafft, Solarausrüstung, Zelte, Kochtöpfe, Kleidung und so weiter. Dies hat natürlich Emissionen von CO2 Äquivalenten zur Folge.

Die Gegenstände sind aber nicht "verbraucht", sondern existieren und funktionieren (überwiegend) auch nach der Tour noch.

 

Nach langem Überlegen sind wir zu dem Schluss gekommen, dass unsere Anschaffungen für die Tour unseren sparsamen Konsum während der Tour etwa wettmachen - unter der Bedingung, dass die Anschaffungen auch nach der Tour weiter genutzt werden.

 

Auch unter dem finanziellen Gesichtspunkt bewegen wir uns im deutschen Durchschnitt. Unsere Ausgaben für die komplette Tour, also Anschaffungen plus Lebensunterhalt während der Tour, liegen im Bereich der Durchschnittsausgaben für Konsum eines Deutschen (laut Zahlen vom statistischen Bundesamt). Natürlich sind finanzielle Kosten und CO2 Emissionen nicht linear, aber ganz falsch werden wir nicht liegen mit der Annahme, dass wir in etwa den deutschen Durchschnitt konsumiert haben.

 

Damit übernehmen wir den deutschen Durchschnitt von 1562,5 kg CO2.