Georgien

 

Nach einigen letzten Kilometern entlang des Debed und vorbei an Stätten hinreißender Industrieromantik ging es dann auf direktem Wege nach Tiflis.

 

 

Dort ging es ins Travel House, über das ich ein paar Worte verlieren muss. Ins Leben gerufen von TheTravelClub.org, einem serbischen Forum für Reisende, wurden nun zum dritten mal durch Crowdfunding spenden gesammelt, um für 2 Monate ein Appartement zu mieten, in dem Reisende gegen eine kleine Spende für Strom und Wasser willkommen geheißen werden. In einem großen bunten Matratzenlager kommen so viele gleichgesinnte zusammen und teilen beim Kochen, Musik machen und feiern gehen Rezepte, Erfahrungen und das ein oder andere Bier.

 

 

Für Philip und Anja ging es nach einer Nacht weiter in die Berge nach Kazbegi, mich hat es für ein paar Tage in dem neuen zu Hause gehalten um zu versuchen eine Schiffsreise nach Boston zu ergatttern und in Tiflis einzutauchen.

 

 

Tiflis hat mich schnell begeistert. Die Stadt war lebendig und doch sehr entspannt. Es gab eine bunte Mischung aus modernen und fein restaurierten sowie alten, verwinkelten Gebäuden. Viele Orte zum entspannen, Kaffee trinken, Wein probieren oder den Blick über die Stadt schweifen lassen. Nachts gab es ein großes angebot an Theater, Konzerten und viele Bars und Clubs.

 

Außerdem gab es ähnlich wie im Gezi-Park, nur ein kleines bisschen kleiner, ein Camp von Einheimischen und Reisenden, mit dem gegen die Bebauung der Städtischen Grünflächen durch einen Hotellandschaft protestiert wurde. Es war ein sehr gastfreundlicher und entspannter Haufen, jeder war willkommen sein Zelt aufzustellen und es wurde alles geteilt. Auch Erfahrungen, und so wurde aus dem kurzen Besuch ein langer, sehr schöner Abend.

 

 

Weiteres Highlight von Tiflis ist laut vielen Berichten und Reiseführern der Besuch eines der vielen Schwefelbäder. Um eine möglichst authentische Erfahrung zu machen entschied ich mich für das konventionelle öffentliche und eine echte Erfahrung wurde es auch. Männer und Frauen besuchen die öffentlichen Bäder getrennt und unbekleidet. Und so ging es für mich rein in das Abenteuer Badehaus, das aus vielen Duschen, einer Sauna und dem Schwefelbad selbst bestand. Nicht in Reiseführern stand, dass das Orbeliani Badehaus ein inoffizieller Treffpunkt für homosexuelle ist und die Annäherungsversuche etwa so zurückhaltend sind wie Vodkaangebote in Armenien. Der Besuch war also kurz und endete in einer Flucht. Es war aber zumindest im Nachhinein sehr amüsant, es hat mich gefreut, dass es in einer sonst für homosexuelle eher weniger offen wirkenden Gesellschaft Orte wie diese gibt und es wird mir sicher lebhafter in Erinnerung bleiben als es ein schnöder Besuch eines konventionellen Sulfurbads geblieben wäre.

 

 

 

Zwischendrin ging es noch für einen Abstecher zu Philip und Anja in die Berge nach Kazbegi, wo wir gemeinsam hoch zum Gletscher des Kazbeg stiegen und einen sehr entspannten und erfrischenden Tag oben in den Bergen verbrachten.

 

 

Nach Tiflis haben wir drei uns dann nördlich von Tiflis wieder getroffen und haben die wunderschöne Fahrt Richtung Poti angetreteten, wo unsere Fähre nach Odessa abfuhr. Die Fahrt ging vorwiegend über kleine Straßen und ländliche Gebiete, vorbei an vielen schön verzierten, kleinen Landhäuschen. Nach zwei nächten am Strand vor Poti freuten wir uns dann schon richtig auf die Fähre, Odessa ich natürlich schon sehr auf das dazustoßen von Niklas, einem alten Schulfreund, in Rumänien. Und so ging es mit durchgehend knapp 19 Km/h in ca. 55 Stunden vorbei an Sevastopol in das wunderbar sommerliche Odessa.

 

Milan - Schwarzes Meer, in der naehe von Sevastopol - 18.08.2014, 22.30 Uhr