Göreme - Nemrut

Und raus ging es. Die nächste Etappe führte uns raus aus Göreme und den beeindruckenden Höhlen Kappadokiens, hoch auf den beeindruckenden Nemrut Dagi.

 

Aber nicht zu schnell. Erstmal ging es gute 500m nach der Abfahrt gleich wieder rein in Höhlen, diesmal aber bepackt mit Schlafsack und Isomatte. Beeindruckt sind wir nach etwas Suche in eine byzantinische Kirche aus dem 11. Jh. gerannt, natürlich mit anliegender Küche, Esszimmer und einigen Vorzimmern. Nach Speis, Trank und Höhlentanz hätte die Nacht am Althar nicht gemütlicher sein können. Bis wir dann um 5.30 Uhr von immer näher kommenden Stimmen und einem scheinbaren Hochdruckreiniger geweckt wurden. Etwas verwirrt lagen wir noch eine Weile unterm Kreuz bis uns dann endlich, naja, ein Ballon aufging. Direkt vor unserem Höhleneingang schaute uns aus 30m entfernung eine 20 köpfige Touristengruppe aus dem Korb eines Heißluftballons an und war wohl ungefährt so überrascht über uns Kirchenbewohner wie wir über ihren Heißluftballon. Sehr amüsiert und euphorisch entdeckten wir dann, dass die Postkartenfotos von Kappadokien nicht Photoshop entspringen und blickten in einen Himmel übersäht mit Heißluftballons. 

 

 

Nachdem wir dann endgültig die Abfahrt aus Kappadokien geschaft hatten, ging es mehrere Tage durch die Berge, über Kayseri und Pinarbasi nach Malatya. Dort hatten wir einen super Host von Couchsurfing und konnten mit seiner Hilfe viele Erledigungen machen. Re-Cycling-Eurasia Visitenkarten wurden gedruckt, eine Computertastatur mit Adapter zum Anschluss ans Handy besorgt und endlich das 1. Video hochgeladen. Außerdem sind Philip und ich mit dem Bus nach Trabzon und konnten endlich unser Iran-Visum bekommen!

 

 

Nach Malatya ging dann die Fahrt Richtung Nemrut Dagi los. In zwei Tagen ging es durch Berglandschaften, die immer spektakulärer wurden, hoch auf den 2150m hohen Gipfel. Der Peak mit sehr großen Statuen von Antiochros I. Theos und verschiedenen Gottheiten sollte sein Grab und heilige Stätte einer neuen Religion sein, die persische und griechische Mythologie vereinigte. Für uns war es auf jeden Fall ein beeindruckender Ort in Mitten des Taurusgebirges und ein Frühstücksplatz den man sich nicht schöner denken könnte.

 

 

Und nun noch ein paar Worte zu den herausforderungen des möglichst nachhaltigen Reisens. Unsere Ziele werden mittlerweile immer realer und wir können schon einige zuversichtliche Annahmen machen. Ausführliche Erfahrungsberichte mit Videos folgen später auf den Themenseiten.

 

 

Der Kampf gegeben die Plastiktüten war wie so mancher für Grünschnäbel zu Anfang ein schwerer. Aber mit Migros Stofftaschen und wachem Kopf lässt er sich mittlerweile doch ganz gut gewinnen und wir schaffen es die meisten listigen Verkäufer auszutricksen. Dazu zwei kurze Anekdoten: Als wir vier Stofftaschen bei Migros an der Kasse kaufen waren, die dort natürlich hängen damit weniger Plastiktüten gekauft werden, kamen die sechs Schokoriegel die wir auch auf dem Band liegen hatten – wohin? – natürlich in eine Plastiktüte.

 

Und in einem Dorf kurz darauf wurde ein junger Verkäufer sogar tatsächlich sauer, weil wir seine Plastiktüten nicht nehmen wollten. Mit ähnlichen Erfahrungen enstand so der Eindruck, dass der Titel Kampf gegen die Plastiktüten doch mehr als gerechtfertigt wäre.

 

Da die Türkei auch Land der Brunnen genannt werden könnte, stellt die Versorgung mit sauberem Trinkwasser überhaupt keine Probleme dar. Die ersten Wochen haben wir trotzdem ausgiebig gefiltert und können so schon mal sicher sagen, dass wir wohl auch im Land der Sümpfe ohne Probleme überleben würden. Für trockene Strecken haben wir zudem Wassersäcke, auch das ist also kein Problem, die dann abends als Duschen fungieren.

 

 

Die Energieversorgung funktioniert  nach etwas probieren nun auch schon sehr gut. Unser Ziel sieht wie folgt aus: Wir wollen bis zum Ende der Reise all unsere eigenen Geräte nur mit „selbst“ erzeugtem Strom versorgen. Der Laptop hängt gerade an den Pufferakkus, diese wiederum an den Solarpanels und während der Fahrt können wir zudem unsere USB-Geräte an den Nabendynamos Laden. Genaue Testwerte und Erfahrungsberichte dazu kommen etwas später nachdem wir noch ein Multimeter aus Deutschland bekommen. Das erklärte Ziel sind wir aber sehr zuversichtlich erreichen zu können und müssen dabei lediglich die Videobearbeitung teilweise hinten anstellen.

 

 

Nun blicken wir alle schon mit Vorfreude dem Iran entgegen. Eine neue Sprache, lange Hosen, andere Nummernschilder und laut Reiseberichten eines der Gastfreundschaftlichsten Völkchen der Welt. Ach und natürlich Ramadan.

 

 

 

Milan - Batman, 06.07.2014, 18.40 Uhr