Olympos - Kapadokya

Nach 12 Tagen Pause in Olympos sind wir Richtung Kappadokkien im zentralanatolischen Hochland aufgebrochen. Für uns hat das bedeutet, Abschied vom Meer zu nehmen und unseren ersten hohen Bergpass zu überqueren.

 

Doch der Reihe nach:

In Olympos hatten wir nämlich eine wirklich wundervolle Zeit. Denn Olympos hat nicht nur historisch und landschaftlich viel zu bieten, sondern ist vor allem für seine Kletterspots bekannt. Der kleine Ort, in dem sich ein Baumhaus-Hostel an das nächste reiht, liegt direkt am Meer am Fuße des namensgebenden Berges Olympos. Strand und Felsküste wechseln sich hier ab. Also perfekt zum relaxen, Panoramaklettern und deep-water-soloing/Klippenspringen.

Das haben wir uns natürlich nicht entgehen lassen. Täglich sind wir mit unserer Kletterausrüstung losgezogen, bis wir schließlich überall zerkratzt und mit geschundenen Händen unsere Kletterausrüstung für den Rücktransport nach Deutschland Feunden übergeben haben.

Doch selten sind wir alleine geklettert. In unserem Hostel, aber auch beim Klettern haben wir schnell viele Leute kennen gelernt, die wir am Liebsten in unsere Reisegepäck gepackt und mitgenommen hätten!

 

Mit neuer Kraft und neuen Ritzeln sind wir dann am 7.Juni, etwas später als ursprünglich geplant, aufgebrochen. An dieser Stelle möchten wir uns bei allen bedanken, die uns dabei geholfen haben die Fahrradteile zu besorgen und einzubauen.

Nach ein paar flachen Metern ging es dann erst einmal 3 Tage mehr oder weniger kontinuierlich bergauf. Durch wunderschöne, sehr spärlich besiedelte Natur. Damit einhergehend wurde auch die Versorgung mit Wasser und Essen deutlich schlechter, die Zeltplätze dafür umso schöner.

Kurz vor dem Pass auf 1825m wurden wir dann von einem Gewitter mit heftigem Regen und Hagel überrascht. Natürlich gab es dort weit und breit nichts zum unterstellen und zu Essen hatten wir auch nicht mehr viel. Doch die Plastiktüte, welche unsere restlichen Brote vor dem Regen schützen sollte, hat dicht gehalten und am nächsten Morgen konnten wir schon nach wenigen Kilometern eine Tankstelle ansteuern.

Weiter ging es dann auf der Seidenstraße Richtung Osten. Durch eine endlose Ebene vorbei an alten Karawansereien bis wir am 15.Juni Kappadokkien erreicht haben.

 

Hier in Göreme verbringen wir unsere Tage mit Sightseeing und Videobearbeitung. Die seltsamen Felsformationen, des weichen Vulkangesteins, in welches Menschen schon seit Jahrhunderten ihre Häuser graben/bauen ist wirklich einzigartig. Das moderne Stadtbild verkörperte eine eindrucksvolle Verschmelzung von Architektur und Natur. Auch die historischen Stätten sind beeindruckend. Im Open Air Museum konnten wir eine in Stein gehauene christliche Klosterstadt bestaunen. Und ein paar Kilometer weiter in Kaymakli sogar eine Stadt, welche sich komplett unter der Erde befindet und ein paar tausend Leute fassen konnte. Diese wirklich ausgeklügelte 8-stöckige Stadt diente als Versteck vor Feinden, vor allem Christen zu Zeiten der Verfolgung, und bot alles, was man zum Leben, Lagern von Lebensmitteln und der Weinherstellung brauchte: Grundwasserbrunnen bis 120m in die Tiefe, Lüftungssysteme, welche selbst den Rauch der Holzfeuer quasi unsichtbar an die Oberfläche transportiert hat und eine konstante Temperatur von ca. 17°C.

 

Heute Nachmittag noch wollen wir wieder aufbrechen. Vorbei am Nemrut-Berg und dem Van-See an die iranische Grenze. Doch wahrscheinlich müssen wir noch einen Abstecher mit dem Bus nach Trabzon ins iranische Konsulat machen. Denn Philip und Milan haben ihr Visum nach 2-maligem beantragen und 3-monatiger Wartezeit immer noch nicht.

 

Anja – Göreme - 18.06.2014.

 

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